Gloria hat ein Haus gebaut

Nun hab ich schon lang nichts von mir hören lassen, was allerdings daran lag, dass nicht sehr viel los war. Bis zum letzten Wochenende! Über einen Freund erfuhr ich von der Organisation „Techo“, welche Häuser für arme Menschen baut. Da July jetzt für 4 Wochen Deutschunterricht in einer Grundschule gibt, konnte sie leider nicht mitkommen. Aber für mich hieß es, nichts wie ran an die Arbeit!

 

30.01 Zwei Busse transportierten die ca. 80 freiwilligen Helfer in das Dorf San Miguel Espejo, um dort insgesamt 10 Häuser zu bauen. Wir residierten in einer Grundschule, in Klassenräumen und schliefen mit Schlafsäcken auf dem Boden. Das Beste kommt noch, keine Duschen! Drei Tage molliges baden im eigenen Sud =) Aber mehr zur guten Sache! Wir wurden in Gruppen aufgeteilt, jeweils 6-7 Leute bauten ein Haus. Wir stellten uns einander vor und dann ging es zu den Familien, die dringend unsere Hilfe benötigten. Unsere Familie bestand aus einer 19-jährigen Frau namens Luz mit zwei Kindern (1 und 3 Jahre) und ihrem Ehemann der sich jedoch erst blicken lassen hat, als das Haus fast fertig war. In der Hütte, in der sie lebten gab es nur ein Bett um zu schlafen und sonst nicht viel. Die Wände (wenn man das so nennen kann) waren aus langen zusammen gebundenen Maishalmen. Mit großen Werbeplakaten versuchten sie die Wände abzudecken und sich etwas vor dem Wind zu schützen. Unvorstellbar, unmenschliche Lebensbedingungen.

Aller Anfang ist schwer und so schafften wir am ersten Tag nur 7 Holzpfeiler (von 15) in der Erde zu befestigen. Auf diesen Pfeilern wird am Ende das Haus stehen und war deshalb so wichtig da sie entscheiden ob der Fussboden grade ist und ob das Haus zusammen passt.


31.01   Nach einer langen und kalten Nacht ging es am nächsten Tag weiter. Wir befestigten den Rest der Pfeiler und dann war der Boden dran. Wir hämmerten fleißig eine Latte nach der anderen auf das Bodengerüst. Es ist dazu zu sagen, dass das Haus ein Fertigbauteilhaus aus Holz war. Alle Teile waren vorgefertigt, man musste es nur noch zusammen setzten. An diesem Tag stellten wir auch die ersten Wandteile auf. Mittag aßen wir immer mit der Familie, die Mutter von Luz bekam jeden Tag Essen von uns, z.B. Reis und Bohnen, oder Nudeln und Thunfisch und kochte dann für uns. Sie zeigte mir an diesem Tag, wie man handgemachte Maistortillas macht, durfte es sogar mal selbst ausprobieren. Frühstück und Abendessen gab es immer in der Schule und wurde ebenfalls von Freiwilligen der Gruppe zubereitet.  


01.02   Wir stellten die restlichen Wände auf und dann war das Dach an der Reihe. Wir hämmerten und nagelten. Gegen 17 Uhr hatten wir es dann endlich geschafft. Wir aßen ein letztes Mal mit der Familie und dann hängten wir Luftballons auf und übergaben Luz, begleitet von vielen Wünschen und Hoffnungen für sie, ihr neues Haus. Luz war sehr bescheiden und schüchtern, sie hatte deshalb keine Luftsprünge gemacht, aber ich denke, dass sie sehr glücklich über ihr neues Heim war.


Müde und geschafft ging kamen wir gegen 20 Uhr wieder in Puebla an.

 

02.02 Erholen vom anstrengenden Wochenende war angesagt.

3.2.15 21:04

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen

Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung